Westernpad und Pferderücken - mit Pferdephysiotherapeutin Sarah Bucher

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  • Durch Martina Zehrer und Sarah Bucher
Westernpad und Pferderücken - mit Pferdephysiotherapeutin Sarah Bucher

Eine ungeeignete Sattel-Pad-Kombination oder ein nicht passender Sattel können sich durchaus auch auf die Pferdegesundheit auswirken. Wir haben zu diesem Thema Pferdephysiotherapeutin Sarah Bucher von Ganzheitliche Pferdephysiotherapie (https://www.pferdephysio-bucher.de) um Rat gefragt...

Sinn und Zweck eines Westernpads

Kurz zusammengefasst: Der Sattel verbindet Reiter und Pferd, gibt dem Reiter einen sichereren Halt und soll den Pferderücken bestmöglich vor Druck, Belastungen und Stößen schützen. Eine der wichtigsten Aufgaben des Sattels ist es, das Reitergewicht gleichmäßig auf der Auflagefläche zu verteilen. Hierfür ist der Sattelbaum zuständig.

 

Westernsättel haben, im Gegensatz zu den meisten gängigen Englischsätteln, keine eigene Polsterung. Beim Englischsattel ist die Polsterung direkt am Sattel angebracht. Diese kann durch einen Profi dann auch verändert bzw. nachgepolstert werden. Westernsättel selbst haben keine Polsterung, sie sind an der Unterseite lediglich mit einem „Überzug“ versehen. Dieser besteht in den meisten Fällen aus einem Vlies, Lammfell oder Kunstfell. Dieser „Überzug“ soll hauptsächlich dafür Sorge tragen, dass der Sattel besser auf dem darunter liegenden Westernpad haftet und nicht verrutscht, hat aber keine bzw. nur eine sehr geringe Polsterfunktion.

 

Genau diese Funktion übernimmt beim Westernsattel das Westernpad. Durch die Wahl des Westernpads können kleine Veränderungen der Sattellage ausgeglichen werden und damit die Passform optimiert werden.

 

Wichtig: Das Westernpad macht keinen unpassenden Sattel passend!

 

Aus unserem Experten-Team haben wir zu diesem Thema Sarah Bucher von Ganzheitliche Pferdephysiotherapie um Ihre Fachmeinung gebeten:

 

Sarah Bucher:

Das Westernpad sollte so gewählt werden, dass der Sattel in der Bewegung gleichmäßig zum Aufliegen kommt und somit der Druck gleichmäßig auf der Auflagefläche verteilt werden kann. Wählt man das falsche Pad oder die falsche Sattel-Pad-Kombination können gravierende gesundheitliche Schäden provoziert werden. 

 

Einfluss auf Muskulatur und Gelenke:

Jedes Gelenk wird nur dann gesund erhalten, wenn es sich korrekt in der dafür vorgesehenen Bewegungsamplitude bewegen kann, dadurch wird die Versorgung gewährleistet. Das heißt: Dass es sich ohne Einschränkung bewegen kann und nicht behindert oder eingeschränkt wird. Diese Einschränkungen oder Behinderung können durch einen nicht passenden Sattel oder ein ungeeignetes Pad hervorgerufen werden. 

 

Genauso wichtig sind die Muskeln und die Muskelarbeit. Die Muskelarbeit besteht durch Kontraktion (anspannen) und Dehnung (loslassen). Dadurch kann eine korrekte Durchblutung und Versorgung des Muskels stattfinden. 

 

Läuft das Pferd also in korrekter Form und kann seinen Bewegungsapparat nach seiner physiologischen Biomechanik nutzen, kann sich die Muskulatur korrekt ausbilden und aufbauen und obendrein sehen die Bewegungen harmonisch aus. 

 

Bekommt Muskulatur hingegen punktuell zu viel Druck, kann sie nicht korrekt arbeiten, wird dadurch nicht richtig versorgt und bildet sich mit der Zeit sogar zurück. Es kann sogar passieren, dass einzelne Zellen absterben, dieser Vorgang schwächt und schädigt den Muskel. Dieser Vorgang fügt dem Pferd Schmerzen zu und kann langfristig weitreichende gesundheitliche Probleme mit sich bringen. 

 

Ist der Sattel beispielsweise an der Schulter zu eng oder ein zu dick gewähltes Pad verengt diesen Bereich maßgeblich, wird dadurch nicht nur die Schulter in ihrer Bewegung einschränkt. Wie oben erwähnt können sich Muskeln zurückbilden bzw. nicht weiter ausbilden. Der Schwerpunkt des Sattels verlagert sich außerdem nach hinten und bring somit zu viel Druck in den hinteren Bereich der Brustwirbelsäule und der Lendenwirbelsäule. Probleme in der Seitbiegung, Hinterhand- und Rückenaktivität sind die Folge. Dies kann sich auch in Problemen in den hinteren Gliedmaßen widerspiegeln. Ebenso können dadurch auch Organe und deren Tätigkeit beeinträchtigt werden!

 

Wird im Gegenzug dazu ein zu dünnes Westernpad gewählt und der Sattel wird dadurch im Schulterbereich zu weit, kommt der Schwerpunkt logischerweise zu weit nach vorne. Im schlimmsten Fall liegt der Sattel auf dem Widerrist auf und kann dort bänderne und knöcherne Strukturen verletzen und schädigen.

 

Durch langfristig eingeschränkte Bewegung, wird nicht nur der Gang kürzer (das Pferd läuft klemmig), wie oben näher ausgeführt, werden die beteiligten muskulären, sehnigen und knöcherne Strukturen nicht mehr richtig eingesetzt und somit nicht mehr korrekt versorgt. Die Folgen können Gelenkentzündungen, Sehnenprobleme, Arthrosen, Verspannungen und Muskelentzündungen sein. 

 

Grundsätzlich wichtig zu wissen ist, dass jedes Westernpad eine gewisse „Lebensdauer“ hat. Es ist für mehr oder weniger viele Reitstunden ausgelegt. Mit der Zeit verliert das Westernpad seine Polsterfunktion, ist dadurch nicht mehr stoßabsorbierend und sollte ausgewechselt werden.

 

Ihr benötigt Hilfe? Wir beraten euch gerne.

 

Ganzheitliche Pferdephysiotherapie
Sarah Bucher                             
Tel.: 0171-6294464
Email: [email protected]
Web: www.pferdephysio-bucher.de

Sattelmax                    
Martina Zehrer
Tel.: 01514-2383271
Email: [email protected]

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