Schweißbild auf dem Pferderücken

  • Geschrieben am
  • Durch Maximilian Zehrer
Schweißbild auf dem Pferderücken

Ein Schweißbild ist ein durch Feuchtigkeit und Druck entstandenes Muster auf dem Pferderücken, welches nach dem Absatteln sichtbar wird.

Was ist ein Schweißbild unter dem Sattel?

Ein Schweißbild ist ein durch Feuchtigkeit und Druck entstandenes Muster auf dem Pferderücken, welches nach dem Absatteln sichtbar wird.

 

Während des Reitens schwitzt das Pferd unter der Satteldecke. Jeder kennt es vom Wandern mit einem Rucksack: im Bereich des Rucksackes schwitzt man als erstes. Einem Pferd geht es da nicht viel anders.  Druck wiederum, durch Sattel und Reitergewicht, hemmt die Produktion der Schweißdrüsen (400 bis 500 Drüsen pro Quadratzentimeter). Das so entstandene Schweißbild, aus feuchten und trockenen Stellen, kann uns Informationen über die Passform des Sattels liefern.

 

Ein perfektes Bild wäre ein vollkommen gleichmäßig feuchter Pferderücken mit einem trockenen Steifen entlang der Wirbelsäule.

 

Unregelmäßige Schweißbilder und deren mögliche Ursachen

  1. Eine großflächige, trockene Sattelauflage mit kleinen Schweißrändern erklärt sich meistens aus einer zu kurzen Reitdauer oder zu geringer körperlicher Anstrengung (vor allem bei kaltem Wetter) des Pferdes. Es schwitzt einfach nicht genug, um alle Stellen gleichmäßig zu befeuchten. Dazu kommt, dass viele Sattelauflagen, wie z. B. Filzpads oder atmungsaktive Pads (AIR RIDE PAD von Prof Choice), Feuchtigkeit aufnehmen und durch Luftzirkulation Wärme abtransportieren.
  2. Großflächige, trockene Stellen in der Mitte der Sattelauflage sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn hier liegt der Grund oft darin, dass der Sattelbaum zu viel Schwung für diesen Pferderücken hat. Vorsicht bei Flexbäumen in Kombination mit einem höheren Reitergewicht und langen Ritten: Die beweglichen Sattelbäume sind sehr bedingt in der Lage, das Reitergewicht über einen langen Zeitraum gleichmäßig zu verteilen!

  3. Großflächige, trockene Stellen im Bereich der Schulter können ein Fingerzeig auf ein zu breit gewähltes Fork sein. Hierdurch fällt der Sattel zu tief in die Schulter (oft stehen diese Sättel hinten hoch). Ein ähnliches Bild verursacht aber auch ein an der Schulter zu enger, zu flacher oder zu steiler Sattel. Allerdings kann bei diesem Schweißbild nicht nur der Sattel die Ursache sein. Wenn der Reiter einen vorderlastigen Sitz hat, das Pferd unter dem Reiter den Rücken wegdrückt oder durch ein falsches oder zu festes Gurten können solche Schweißbilder ausgelöst werden. Oft haben überbaute Pferde Probleme mit trockenen Stellen entlang der Schulterpartie. Dies entsteht durch die von hinten/oben schiebende Kraft.

  4. Einseitig trockene Stellen: Ein schiefer, verzogener Sattelbaum kann der Grund dafür sein. Dies ist allerdings wirklich sehr selten der Fall. Häufiger liegt es daran, dass der Reiter sein Gewicht nicht gleichmäßig verteilt, z.B. durch fehlende Balance oder durch einen schiefen Sitz (Reitanfänger). Hierdurch findet eine ungleichmäßige Gewichtsverteilung statt. Eine körperliche Asymmetrie des Reiters kann ebenfalls die Ursache sein, z. B. bei Schiefstand der Hüfte o. Ä.

  5. Entdeckt man kleine, trockene Stellen im Schweißbild, sollte man einen genaueren Blick auf die Unterseite des Sattels werfen. Manchmal befinden sich in so einem Fall dort Dinge, die da nicht hingehören, wie z. B. hervorstehende Schrauben, Nagelköpfe oder Veränderungen, die zum Versuch der Passformanpassung getätigt wurden.

  6. Der Sattel passt, aber im Schweißbild sind trotzdem trockene Stellen? Verantwortlich hierfür kann ein lang zurückliegender Satteldruck sein, von dem sich die schweißbildenden Drüsen nicht mehr erholt haben. Durch eine Verletzung (z. B. durch einen Biss im Bereich der Sattelauflage) vernarbte Haut bleibt oft trocken. Auch hier sind die Schweißdrüsen geschädigt.

 

Zusammenfassung Schweißbild unter dem Sattel

Eine durch Druck entstandene, trockene Stelle schädigt die Haut oder Gewebepartien zwar noch nicht sofort, verhindert aber eine gute Durchblutung des Gewebes. Aufgrund dessen können Folgeschäden wie Muskelverspannungen, Atrophien oder auch Satteldruck entstehen. Kann der Pferdebesitzer nicht mit Sicherheit ausschließen, dass die Auffälligkeiten im Schweißbild von einer ungleichmäßigen Druckverteilung des Reitergewichts stammen, ist es immer empfehlenswert, einen Fachmann um Rat zu fragen – zum Wohl der Pferdes!

 

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