Das Fellpad

Ein Fell als Reitunterlage (“Fellpad”) zu nutzen ist so alt wie das Reiten selber. Wenige Materialien sind so erprobt wie dieses. Warum es Dir und Deinem Pferd Vorteile sichern kann und wo die Schwächen dieses Produktes liegen, erfährst Du hier im Blog.

Unterschied zwischen Echtfell, Kunstfell & Wollvlies

Zunächst vorweg, das Thema der Wollverarbeitung, bzw. der verschiedene “Fellarten”, behandeln wir in einem separaten Ratgeber. Es ist ein sehr umfangreiches Thema. Grob zusammengefasst, gibt es drei verschiedene Fellpads. Auch wenn die Anfertigung unterschiedlicher nicht sein könnte, gleichen sie sich doch, bis auf wenige Ausnahmen, in ihren Eigenschaften.

Wollvlies-Westernpad

Wollvlies wird aus der rohen, natürlichen Schurwolle von Schafen gefertigt. Die gereinigten Haare werden in Maschen auf einen Trägerstoff aufgezogen, aufgeschnitten und aufgebürstet. 

Ein fast natürliches Produkt, welches die viele Vorteile eines echten Fells, in sich vereint.

Vlies-Westernpad

Vlies ist, ein durch Verklebung verbundenes Flächengebilde. Hier wird das natürliche Fell, durch eine Kunstfaser ersetzt. In den meisten Fällen durch Polyester.

Jeder der einen Fleecepullover hat, weiß die Vorteile, wie: Formstabilität und feuchtigkeitsregulierend zu schätzen. Er hält lange warm und ist im Nu wieder trocken.

Echtfell-Westernpad

Wie es der Name sagt, kommt hier ein echtes, gegerbtes Schaffell zum Einsatz. 

Echtfell ist sehr weich und trotzdem extrem widerstandsfähig. Es kann bis zu 30 % seines Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen und ist wärmeregulierend.

Fell & Druckabsorption? Funktioniert so ein Westernpad?

Ein reines Fellpad, egal ob Echt-, Kunstfell oder Wollvlies, ist, was das Abfangen von Druckspitzen angeht, eher mäßig. Fell lässt sich sehr schnell, bis auf wenige Millimeter zusammendrücken. Leider ohne die Eigenschaft, sich wieder in seine ursprüngliche Form ausdehnen zu wollen. Besonders auffällig wird das, wenn das Pad nass ist. Da polstert ehrlich gesagt nichts mehr. Nun, das klingt jetzt aber nicht so gut, oder? 

Die allermeisten Fellpads haben einen Kern, eine zusätzliche Schicht in der Mitte des Pads. Er besteht entweder aus Filz oder einem geschäumten Kunststoff. Diese dämpfende Mittelschicht, in Verbindung mit einer weichen Fellunterseite, ist unschlagbar!

Wie das genau aufgebaut ist, erfährst Du hier: Fellpad Aufbau

Scheuerstellen und Haarbruch beim Pferd

Scheuerstellen entstehen durch Reibung.  Ein weiches Fellpad, welches sich perfekt an den Pferderücken anschmiegt, kann hier zu einer echten Erleichterung führen. Prädestiniert wäre hier ein Echtfellpad, am besten aus Merinowolle.

Tipp: Oft sind wunde Stellen ein Resultat von verschmutzter Ausrüstung. Also, vor und nach dem Reiten, das Westernpad kurz checken und gegebenenfalls ausbürsten.

Wenn man Probleme mit Haarbruch in der Sattellage hat, dann ist das beinahe immer im Fellwechsel bzw. im Winterfell ein Thema. 

Vor allem im Bereich rechts und links der Lendenwirbelsäule. Echte Abhilfe schafft hier ein Unterlegfell. Aber aufgepasst: Es muss das Fell von hirschartigen sein, also: Rentier, Hirsch, Damwild … sonst funktioniert es nicht, wie gewünscht!

Hier der Link zu unserem Haarbruch Blog

Temperatur- und Feuchtigkeitsregulation des Fellpads

Hier unterscheiden sich Kunstfell und Wollvlies bzw. Echtfell. Während Produkte aus Kunstfasern Feuchtigkeit nach außen ableiten, speichern Woll-Echtfellmaterialien die Feuchtigkeit im Inneren und geben sie langsam beim Trocknen wieder an die Umgebungsluft ab. Beide halten also den Pferderücken lange trocken, aber auf verschiedene Arten.

Wenn es um die Vermeidung eines Hitzestaus unter dem Westernpad geht, haben Wollvlies und Echtfellpad die Nase deutlich weiter vorne als das Kunstfaserprodukt. Der natürliche Rohstoff Wolle wirkt Temperatur-ausgleichend. Kunstfasern hingegen tun das nicht. Sie wärmen, können aber keine Wärme nach außen ableiten.

Rutschen Westernpads aus Fell?

Neigt ein Fellpad im Gegensatz zu einem Filzpad zum Rutschen? Ja und Nein. Hast Du ein Pferd mit einer “normalen” Sattellage und Dein Sattel passt? Dann wird da mit Sicherheit auch nichts anfangen zu rutschen, wenn Du ein Fellpad verwendest.

Hast Du ein Pferd mit einem sehr runden Rücken und wenig Widerrist? Dann kann, unter Umständen, ein Filzpad oder ein Neoprenpad die bessere Wahl sein. Mehr dazu erfährst Du hier: Sattel rutscht 

Reinigung des Fellpads

Ein Fellpad auf lange Zeit ansehnlich zu erhalten, ist eine Mammutaufgabe. Vor allem die aus Echtfell. 

Beim Kunstfell reicht eigentlich ein regelmäßiges Ausbürsten, gepaart mit einer jährlichen Waschaktion. Und auch hier kannst Du wenig falsch machen, denn Kunstfaserprodukte sind sehr pflegeleicht.

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Wollvlies oder einem Echtfellpad nehmen in puncto Reinigung deutlich mehr Zeit in Anspruch. Wie Du diese Westernpads wieder sauber bekommst, erfährst Du in unserem Video.

Fazit zu unseren Fellpads

Ein reines Fellpad ohne Kern kann ich Dir leider nicht empfehlen. Sollte Dein Sattel nicht 100% passen, ist die Gefahr eines Satteldrucks einfach zu hoch.

Fell als Unterseite, in Kombination mit einem Filzkern oder einem Layer aus geschäumtem Kunststoff, ist die perfekte Verbindung! Im direkten Kontakt zum Pferderücken und im Zusammenspiel mit einer druck- und stoßdämpfenden Zwischenschicht kann Kunst- oder Echtfell alle seine Stärken ausspielen. So sicherst Du Dir alle Vorteile, die ein Fellpad mit sich bringt, ohne auf eine ausgewogene Druckverteilung verzichten zu müssen. 

Ob Dein nächstes Westernpad dann ein Wollvlies-, Kunstfell- oder Echtfellpad wird, hängt an Deinem persönlichen Geschmack und den Anforderungen, die Du an das Pad stellst. Du bist Dir unsicher? Wir beraten Dich gerne und kostenlos!

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